Fallstudie · Energie- und Kabelindustrie

SharePoint-Migration, Power Apps und Azure in der Kabelindustrie

Für einen international tätigen Konzern der Energie- und Kabelindustrie habe ich die Migration von SharePoint- und Power-Platform-Anwendungen begleitet. Ich habe das Sicherheits- und Azure-Architekturkonzept für eine QHSE-Anwendung erarbeitet und drei Power Apps für das Gefahrstoffmanagement neu aufgebaut, die eine SharePoint-On-Premises-Lösung mit Nintex-Workflows ablösen.

  • 12/2025 - 09/2026
  • mehr als 30.000 Mitarbeitende
  • Umsetzung
Branche
Energie- und Kabelindustrie
Unternehmensgröße
mehr als 30.000 Mitarbeitende
Reichweite
international, betrachtete QHSE-Anwendung mit Zielumfang von rund 12.000 Nutzenden in 17 Ländern
Zeitraum
12/2025 - 09/2026
Meine Rolle
Analyse, Architektur- und Sicherheitskonzeption, Umsetzung und Überführung in den Betrieb
Art
Umsetzung

117

SharePoint-Listen mit abgestimmter Indexierungsstrategie

12.000

geplante Nutzende in 17 Ländern für die betrachtete QHSE-Anwendung

4

bewertete Authentifizierungsmodelle für externe Nutzende

3

neu aufgebaute Canvas Apps für das Gefahrstoffmanagement

12

Cloud Flows für Datenmigration, Dokumenterzeugung und Freigabeprozess

11

gekoppelte Nintex-Workflows analysiert und in ein matrixgesteuertes Modell überführt

01Ausgangslage

Wo das Projekt angefangen hat.

Der Konzern betreibt mehrere Fachanwendungen auf Basis von Power Automate, Power Apps und SharePoint. Eine konzernweite QHSE-Anwendung zur Erfassung von Sicherheitsbeobachtungen und zur Nachverfolgung von Maßnahmen bestand aus einer mobilen Erfassungs-App und einer Desktop-Anwendung zur Steuerung. Die Daten lagen in mehr als 110 SharePoint-Listen, die nach Standorten getrennt aufgebaut waren. Die Anwendung sollte für rund 12.000 Nutzende in 17 Ländern ohne funktionale Änderungen in eine Azure-basierte Zielarchitektur mit Azure SQL überführt werden. Dafür verlangte die IT-Sicherheit ein prüffähiges Sicherheits- und Architekturkonzept.

Parallel stand an einem Produktionsstandort die Migration einer SharePoint-On-Premises-Lösung für das Gefahrstoffmanagement nach SharePoint Online an. Die zentrale Stoffliste war über 18 Nachschlagespalten mit Referenzlisten für H-, P-, R- und S-Sätze, Gefahrstoffsymbole, Löschmittel und Erste-Hilfe-Maßnahmen verknüpft. Diese Verknüpfungen ließen sich nicht direkt mit übertragen. Etikettendruck, Betriebsanweisungen und der mehrstufige Freigabeprozess für neue Stoffe liefen bisher über SharePoint-Formulare und Nintex-Workflows, allein der Freigabeprozess bestand aus 11 gekoppelten Workflows. Diese Lösungen sollten durch Power Automate und Power Apps abgelöst werden.

Ziele

  • Prüffähiges Sicherheits- und Azure-Architekturkonzept für die Migration der QHSE-Anwendung als Grundlage für die Freigabe durch die IT-Sicherheit.
  • Ein tragfähiges Authentifizierungsmodell für externe Nutzende ohne Konto im Unternehmensverzeichnis.
  • Stabilisierung der bestehenden SharePoint-Lösung bis zur Ablösung durch die Zielarchitektur.
  • Wiederherstellung der Nachschlagebeziehungen in der migrierten Stoffliste.
  • Ablösung des Etikettendrucks, der Betriebsanweisungserstellung und des Stofffreigabeprozesses durch Power Automate und Power Apps in SharePoint Online.

02Lösung

Was ich konzipiert und gebaut habe.

Sicherheits- und Azure-Architekturkonzept für die QHSE-Anwendung

Ich habe die bestehende Lösung anhand der Fachdokumentation, der Prozessbeschreibung und der exportierten Power Apps analysiert und daraus ein englischsprachiges Architekturdokument mit 12 Kapiteln erstellt. Leitlinie war eine reine Plattformmigration ohne funktionale Änderung. Das Dokument beschreibt die Zielarchitektur in Schichten, das Rollen- und Berechtigungsmodell sowie Verschlüsselung, Protokollierung, Datensicherung und Betrieb. Es diente als Grundlage für die Abstimmung mit Architektur und IT-Sicherheit, und Teile davon sind in die weitere Projektdokumentation eingeflossen.

  • Microsoft Entra ID als einziger Identitätsanbieter mit Single Sign-on, MFA und Conditional Access
  • Kombiniertes Berechtigungsmodell: App Roles legen fest, was jemand darf, Sicherheitsgruppen legen fest, wo (Land, Werk, Bereich)
  • Backend als verbindliche Sicherheitsgrenze, die Oberfläche steuert nur die Sichtbarkeit
  • Azure SQL und Blob Storage ohne öffentlichen Zugriff, Zugriff über Private Endpoints und Managed Identities, Geheimnisse im Key Vault
  • Getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Produktion sowie offene Punkte und Annahmen transparent dokumentiert

Authentifizierungskonzept für externe Nutzende

Im Security Review kam die Anforderung hinzu, dass auch externe Personen ohne Konto im Unternehmensverzeichnis Zugriff erhalten sollen. Der Zugang erfolgt über einen zentral betriebenen Reverse Proxy, die Azure-Ressourcen bleiben privat. Ich habe dafür vier Modelle nach Sicherheitsniveau, Umsetzungsaufwand, Betriebsaufwand, Skalierbarkeit und Übereinstimmung mit den Konzernvorgaben bewertet.

  • Option 1: Eigene Benutzerverwaltung in Azure SQL, als Rückfalllösung mit hohem Risiko bewertet
  • Option 2: Entra-B2B-Gastkonten, kurzfristig empfohlen
  • Option 3: Microsoft Entra External ID für größere oder unbekannte Nutzergruppen, mittelfristig
  • Option 4: Zero-Trust-Modell mit Conditional Access und kontinuierlicher Prüfung als langfristiges Zielbild
  • Ergänzende Vorgaben zur Protokollierung von Anmeldungen, Sitzungen und Zugriffen auf geschützte Ressourcen

Indexierung und Strukturanalyse der SharePoint-Listen

Bis zur Ablösung musste die bestehende Lösung stabil laufen. Ich habe die Filter-, Sortier- und Abrufmuster in beiden Power Apps ausgewertet und daraus eine Indexierungsstrategie für die Aktions-, Audit- und Ereignisprotokolllisten abgeleitet. Die Indizes habe ich auf 117 Listen einheitlich angelegt und die Ergebnisse in einem Leitfaden und einer Ergebnisdokumentation festgehalten.

  • 8 Indizes je Aktionsliste, 12 je Auditliste und 4 für die Ereignisprotokollliste, ausgerichtet an den tatsächlichen Abfragen der Apps
  • Abweichende Spalten in einzelnen Aktionslisten dokumentiert und als unkritisch für Indexierung und Zielmodell bewertet
  • Hilfslisten mit Abruf nur bei Bedarf bewusst ausgenommen
  • Ergebnisse als Grundlage für das spätere Datenmodell in Azure SQL aufbereitet

Rekonstruktion der Nachschlagespalten nach der Migration

Ein direkter Weg, die Nachschlagebeziehungen der Stoffliste zu übertragen, stand nicht zur Verfügung. Ich habe deshalb die Verknüpfungen aus einer exportierten Hilfsliste wiederhergestellt, in der die Werte als Text im Format ID und Anzeigewert vorlagen. Drei Power Automate Flows lesen diese Werte, zerlegen sie in Paare, ermitteln die IDs und schreiben sie in die Nachschlagespalten der Zielliste zurück.

  • Verarbeitung von je sechs Nachschlagespalten pro Durchlauf, insgesamt 18 Spalten
  • Parallele Verarbeitung mit 20 gleichzeitigen Durchläufen und kurzer Verzögerung gegen Drosselung
  • Mehrfach-Nachschlagespalten, die die Standardaktion nicht schreiben konnte, per SharePoint-REST-API (MERGE) aktualisiert
  • Vorher- und Nachher-Exporte zur Kontrolle der Ergebnisse

Canvas App für den Druck von Gefahrstoffetiketten

Die App ersetzt ein altes Formular, das Etiketten als HTML-Datei per E-Mail verschickte. Nutzende wählen den Stoff, das Etikettenformat und die zu bedruckenden Positionen auf dem Bogen, sehen eine Vorschau und drucken direkt aus der App. So lassen sich auch angebrochene Etikettenbögen weiterverwenden.

  • Zwei DIN-A4-Formate mit 4 Etiketten (99,1 x 139 mm) bzw. 8 Etiketten (99,1 x 67,7 mm)
  • HTML-Vorlagen mit Positionierung in Millimetern, beim 4er-Bogen mit um 90 Grad gedrehtem Inhalt
  • Platzhalter für Stoffname, H-Sätze und Symbole werden per Power Fx befüllt, nicht gewählte Positionen ausgeblendet
  • Alte Gefahrensymbol-Kürzel (bspw. Xi, F oder T) werden den GHS-Piktogrammen zugeordnet, die Piktogramme sind direkt in der App hinterlegt
  • Power Automate als Datenschicht: Stoffliste schlank laden, Details nur für den gewählten Stoff per REST-Abfrage

Canvas App zur Erstellung von Betriebsanweisungen

Für jede Kombination aus Anlage und Gefahrstoff erzeugt die App eine Betriebsanweisung mit den Abschnitten Gefahren, Schutzmaßnahmen, Verhalten im Brandfall, Erste Hilfe und Entsorgung. Die Inhalte stammen aus der Stoffliste, acht Referenzlisten, der Anlagenliste und der Zuordnung von Stoffen zu Anlagen mit den jeweiligen Ge- und Verbotszeichen.

  • Ein Detail-Flow mit 81 Aktionen löst H-, P-, R- und S-Sätze, Symbole, Löschmittel und Erste-Hilfe-Angaben in strukturiertes JSON auf
  • Erzeugung als HTML und als PDF direkt in der App mit der PDF-Funktion
  • Ablage in einer Dokumentbibliothek mit fortlaufender Versionsnummer im Dateinamen und Rückgabe eines Freigabelinks
  • Datum und Version werden automatisch in das Dokument geschrieben

Stofffreigabe-App mit matrixgesteuertem Freigabeprozess

Den bisherigen Freigabeprozess für neue Stoffe, Verwendungs- und Lieferantenänderungen habe ich zunächst aus den exportierten Nintex-Workflows rekonstruiert. Er bestand aus 11 gekoppelten Workflows mit Rückfrageschleife, Erprobungszweig, Lieferspezifikation und 14-Tage-Überwachung bei Lieferantenwechsel. Daraus habe ich eine Canvas App und einen zentralen Dispatcher-Flow entwickelt, der die Verantwortlichen je Prozessschritt aus einer pflegbaren Freigabematrix liest.

  • Workflow-Analyse mit Routing- und Übergabematrix, Feld- und Statusmodell als Grundlage für den Neuaufbau
  • 11 Prozessschritte in der Freigabematrix, von der Bewertung durch Arbeitssicherheit und Qualität bis zum Abschluss der Freigabe
  • Aktionen Einreichen, Genehmigen, Rückfrage und Ablehnen mit passenden E-Mail-Benachrichtigungen
  • Kommentarverlauf aus der SharePoint-Versionshistorie statt Überschreiben eines Sammelfelds
  • 183 Bestandsanträge der Jahre 2018 bis 2025 als Datenbasis

Überführung in die Produktivumgebung und weitere Aufgaben

Die drei Gefahrstoff-Apps habe ich gemeinsam mit ihren Flows als Pakete exportiert und in die Produktivumgebung überführt. Die Verbindungen laufen dort über ein Dienstkonto statt über persönliche Konten. Im selben Mandat habe ich außerdem eine Machbarkeitsanalyse für digitale Arbeitsanweisungen auf Basis der Power Platform erstellt und zwei englischsprachige Erklärvideos zu digitalisierten Logistik- und Produktionsprozessen konzipiert und produziert.

  • Paketexport von App und zugehörigen Flows je Anwendung
  • Umstellung aller Verbindungen auf ein Dienstkonto
  • Machbarkeitsanalyse mit MVP-Umfang, Daten-, Rollen- und Versionsmodell sowie Aufwandsschätzung

03Im Detail

Apps, Abläufe und Daten auf einen Blick.

Namen und Inhalte sind neutral beschrieben - Kundennamen nenne ich grundsätzlich nicht.

Apps5

  • Etikettendruck GefahrstoffeCanvas App · 3 BildschirmeAuswahl von Stoff, Etikettenformat und Bogenpositionen mit Vorschau und Druck über HTML-Vorlagen in Millimetergenauigkeit.
  • Betriebsanweisungen GefahrstoffeCanvas App · 4 BildschirmeErzeugung von Betriebsanweisungen je Anlage und Stoff als HTML und PDF mit Ablage und Versionierung in SharePoint.
  • StofffreigabeCanvas App · 3 BildschirmeAntragsformular und Bearbeitung des mehrstufigen Freigabeprozesses mit Kommentarverlauf, 257 Steuerelemente.
  • Mobile Erfassung von Sicherheitsbeobachtungen (Bestand, analysiert)Canvas App · 5 BildschirmeBestehende App mit 121 SharePoint-Datenquellen, Grundlage für Indexierung und Zielarchitektur.
  • Steuerung von Beobachtungen und Maßnahmen (Bestand, analysiert)Canvas App · 3 BildschirmeBestehende Desktop-Anwendung mit 122 SharePoint-Datenquellen und 6 Flows, Grundlage für Indexierung und Zielarchitektur.

Cloud Flows8

  • Stoffmigration Nachschlagespalten (3 Varianten)Auslöser: ManuellLiest die exportierten Textwerte, zerlegt sie in ID-Wert-Paare und schreibt je sechs Nachschlagespalten zurück, teils per REST-API (MERGE). 39 bis 43 Aktionen, 20 parallele Durchläufe.
  • Stoffliste abrufen (Etiketten und Betriebsanweisungen)Auslöser: Power AppsLiefert eine schlanke Stoffliste als JSON für die Auswahl in der App.
  • Stoffdetails für EtikettenAuslöser: Power AppsRuft H-Sätze und Gefahrstoffsymbole des gewählten Stoffs per SharePoint-REST-Abfrage mit aufgelösten Nachschlagespalten ab.
  • Stoffdetails für BetriebsanweisungenAuslöser: Power Apps81 Aktionen in 12 Bereichen, löst alle relevanten Nachschlagespalten auf und gibt strukturiertes JSON zurück.
  • Betriebsanweisung als HTML bzw. PDF speichernAuslöser: Power AppsLegt die Datei in der Dokumentbibliothek ab und gibt einen Freigabelink zurück.
  • Nächste Dateiversion ermittelnAuslöser: Power AppsBestimmt die fortlaufende Versionsnummer für den Dateinamen der Betriebsanweisung.
  • Freigabe-DispatcherAuslöser: Power Apps52 Aktionen: Ermittelt den Zielschritt, liest die Verantwortlichen aus der Freigabematrix und versendet je nach Aktion (Einreichen, Genehmigen, Rückfrage, Ablehnen) die passende E-Mail.
  • Kommentarverlauf abrufenAuslöser: Power AppsLiest die Versionshistorie eines Antrags per REST-API und filtert die Einträge mit Kommentaren.

Datenmodell8

  • Aktions-, Audit- und Ereignisprotokolllisten je Standort (Bestand)SharePoint-ListeMehr als 110 Listen der QHSE-Anwendung, indexiert und als Ausgangspunkt für das Zielmodell analysiert.
  • Beobachtungen, Maßnahmen und Anhänge (Zielmodell)SQLKonzipierte Ablage in Azure SQL und Azure Blob Storage mit Zugriff nur über das Backend.
  • StofflisteSharePoint-ListeStammdaten der Gefahrstoffe mit 18 Nachschlagespalten.
  • Referenzlisten H-, P-, R- und S-Sätze, Symbole, Löschmittel, Erste HilfeSharePoint-ListeLangtexte und Symbole für Etiketten und Betriebsanweisungen.
  • Zuordnung Stoff zu AnlageSharePoint-ListeAnlagenbezogene Angaben sowie Ge- und Verbotszeichen für die Betriebsanweisung.
  • StoffanträgeSharePoint-ListeAnträge mit Status, Lieferanten, Datenblattprüfung und Kommentarverlauf.
  • FreigabematrixSharePoint-ListeProzessschritt-Nummer und Verantwortliche je Schritt, pflegbar ohne Änderung am Flow.
  • Bibliothek BetriebsanweisungenSharePoint-ListeAblage der erzeugten HTML- und PDF-Dokumente mit Versionsnummer.

Schnittstellen6

  • SharePoint-REST-API mit $expand für Nachschlagespalten, MERGE-Aufrufe und Abfrage der Versionshistorie
  • Power Automate und Power Apps über JSON-Rückgaben (ParseJSON)
  • Office 365 Users für Personenauswahl und Office 365 Outlook für Benachrichtigungen
  • Microsoft Entra ID mit App Roles, Gruppen, B2B und External ID (Konzept)
  • Azure SQL, Blob Storage und Key Vault über Private Endpoints und Managed Identities (Konzept)
  • Zentraler Reverse Proxy als einziger öffentlicher Einstiegspunkt (Konzept)

04Knifflige Stellen

Herausforderungen und wie ich sie gelöst habe.

Stoffliste mit zu vielen Nachschlagespalten

Die Stoffliste überschritt mit 18 Nachschlagespalten den Schwellenwert für Nachschlagespalten in Abfragen, und der Standard-Konnektor lieferte teils nur IDs. Ich habe Power Automate als Datenschicht eingesetzt: Die App lädt nur eine schlanke Stoffliste, die Details des gewählten Stoffs holt ein Flow per REST-Abfrage mit $expand und gibt sie als JSON zurück, das die App mit ParseJSON verarbeitet.

Nachschlagebeziehungen nach der Migration wiederherstellen

Die Verknüpfungen lagen nach der Übertragung nur noch als Text im Format ID und Anzeigewert vor. Die Flows zerlegen diese Werte mit split und chunk in Paare, ermitteln die IDs und schreiben sie zurück. Wo die Standardaktion Mehrfachwerte nicht annahm, habe ich die REST-API mit MERGE verwendet.

Millimetergenauer Etikettendruck aus Power Apps

Power Apps bietet kaum Kontrolle über den Druck. Ich habe die Etikettenbögen als HTML-Vorlagen mit absoluter Positionierung in Millimetern nachgebaut und die Positionen in mehreren Iterationen kalibriert. Beim 4er-Format wird der Inhalt um 90 Grad gedreht. Einzelne Positionen lassen sich abwählen, damit Teilbögen weiterverwendet werden können.

Kette aus 11 Nintex-Workflows in ein Modell überführen

Der Altprozess startete Teilworkflows gegenseitig, ohne auf deren Abschluss zu warten, und überschrieb Kommentare in einem Sammelfeld. Ich habe die Kette vollständig analysiert und durch einen Dispatcher-Flow ersetzt, der die Verantwortlichen aus einer Freigabematrix liest. Der Kommentarverlauf kommt aus der SharePoint-Versionshistorie und bleibt so vollständig erhalten.

Externe Nutzende ohne Abstriche bei der Sicherheit

Eine eigene Benutzerverwaltung in der Datenbank wäre am schnellsten umsetzbar gewesen, hätte aber die Verantwortung für Kennwörter und Identitäten in die Anwendung verlagert. Ich habe vier Modelle gegenübergestellt und einen Stufenplan empfohlen: Kurzfristig Entra-B2B-Gastkonten, mittelfristig External ID, langfristig ein Zero-Trust-Modell.

Indizes an den echten Abfragen ausrichten

Statt pauschal zu indexieren, habe ich die Filter- und Sortierausdrücke in den bestehenden Apps ausgewertet. Daraus ergaben sich je Listentyp feste Indexsätze, die ich auf 117 Listen einheitlich angelegt habe.

05Vorgehen

Schritt für Schritt zum Ergebnis.

  1. 1

    Bestandsanalyse und Architekturkonzept (12/2025 bis 01/2026)

    Onboarding, Analyse der Fachdokumentation und der exportierten Apps, Erstellung des Sicherheits- und Azure-Architekturdokuments in Abstimmung mit den Projektverantwortlichen.

  2. 2

    SharePoint-Optimierung (01/2026)

    Auswertung der App-Abfragen, Optimierungsleitfaden, Indexierung von 117 Listen und Ergebnisdokumentation.

  3. 3

    Security Review und externe Authentifizierung (02/2026 bis 04/2026)

    Überarbeitung nach dem Review, Bewertung von vier Authentifizierungsmodellen und Abstimmung zu Zertifikaten und Reverse Proxy.

  4. 4

    Datenmigration Gefahrstoffe (02/2026 bis 03/2026)

    Bestandsaufnahme der migrierten Website und Rekonstruktion der Nachschlagespalten mit drei Migrations-Flows.

  5. 5

    Etiketten- und Betriebsanweisungs-App (03/2026 bis 04/2026)

    Analyse der Altformulare und HTML-Layouts, Aufbau der Apps und Flows, Abstimmung mit den Fachanwendern.

  6. 6

    Stofffreigabe (04/2026)

    Analyse der Nintex-Workflows, Entwurf von Freigabematrix und Statusmodell, Aufbau von App und Dispatcher-Flow.

  7. 7

    Überführung in die Produktion (06/2026)

    Paketexport, Import in die Produktivumgebung und Umstellung der Verbindungen auf ein Dienstkonto.

06Ergebnis

Was heute anders läuft.

  • Ein prüffähiges Sicherheits- und Azure-Architekturkonzept liegt vor und war Grundlage für die Abstimmung mit Architektur und IT-Sicherheit. Teile davon sind in die Projektdokumentation des Kunden eingeflossen.
  • Für den Zugriff externer Nutzender liegt eine bewertete Entscheidungsgrundlage mit Stufenplan vor.
  • 117 SharePoint-Listen der bestehenden Anwendung sind einheitlich indexiert und dokumentiert.
  • Die Nachschlagebeziehungen der migrierten Stoffliste wurden wiederhergestellt.
  • Drei Canvas Apps mit insgesamt neun zugehörigen Flows für Etikettendruck, Betriebsanweisungen und Stofffreigabe wurden aufgebaut und in die Produktivumgebung überführt.

Technologien

  • Microsoft Power Automate (Cloud Flows)
  • Microsoft Power Apps (Canvas Apps)
  • Microsoft SharePoint Online
  • Microsoft SharePoint On-Premises (Quellsystem)
  • SharePoint REST API
  • Microsoft Entra ID (App Roles, B2B, External ID, Conditional Access)
  • Microsoft Azure (App Service, Azure SQL, Blob Storage, Key Vault, Private Endpoints)
  • Office 365 Users und Office 365 Outlook
  • Power Fx (ParseJSON, PDF)
  • HTML/CSS
  • Nintex Workflow (Analyse des Altsystems)

Belegte Kompetenzen

  • Sicherheits- und Architekturkonzeption für die Migration von Power-Platform-Anwendungen nach Azure
  • Berechtigungs- und Identitätskonzepte mit Microsoft Entra ID für interne und externe Nutzende
  • Ablösung von Nintex-Workflows durch Power Automate
  • Power Automate als Datenschicht über die SharePoint-REST-API
  • Performance-Optimierung von SharePoint-Listen für Power Apps
  • Migration von SharePoint On-Premises nach SharePoint Online inklusive Nachschlagespalten
  • Dokumenterzeugung und präziser Druck aus Power Apps mit HTML und PDF

07Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Wie migriert man SharePoint-Listen mit vielen Nachschlagespalten nach SharePoint Online?
Nachschlagespalten verweisen auf IDs in anderen Listen, die sich bei einer Migration ändern können. Bewährt hat sich, die Werte zusätzlich als Text mit ID und Anzeigewert zu sichern und die Verknüpfungen danach mit Power Automate gezielt neu zu schreiben. Für Mehrfachwerte ist die SharePoint-REST-API oft zuverlässiger als die Standardaktion.
Kann man mit Power Apps Etiketten exakt drucken?
Ja, wenn das Layout nicht mit Standardsteuerelementen, sondern als HTML-Vorlage mit Maßen in Millimetern aufgebaut wird. Die Positionen sollten mit echten Etikettenbögen kalibriert werden. Einzelne Positionen lassen sich ausblenden, sodass auch angebrochene Bögen nutzbar bleiben.
Wann lohnt sich der Wechsel von Power Apps und SharePoint zu einer Azure-Anwendung?
Typische Gründe sind sehr viele Nutzende, viele Länder, wachsende Datenmengen in vielen Listen und strengere Anforderungen an Sicherheit und Protokollierung. Vor dem Umbau sollte ein Sicherheits- und Architekturkonzept stehen, das Identität, Berechtigungen, Datenhaltung und Betrieb festlegt. Bis zur Ablösung helfen gezielte Indizes, die bestehende Lösung stabil zu halten.
Wie lassen sich Nintex-Workflows durch Power Automate ersetzen?
Zuerst sollte die gesamte Workflow-Kette mit allen Übergaben, Rollen und Statuswerten dokumentiert werden. Statt jeden Teilworkflow einzeln nachzubauen, kann ein zentraler Flow die Schritte steuern und die Verantwortlichen aus einer pflegbaren Matrix lesen. Das vereinfacht Wartung und spätere Änderungen am Prozess.

08Weitere Fallstudien

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